Sicherheit

Au-pair-Sicherheit: Warnsignale, Betrugsprävention und Notfallplanung

Die allermeisten Au-pair-Aufenthalte verlaufen positiv – aber das vertrauensbasierte Modell zieht Betrüger an, und das Leben im Haushalt fremder Menschen erfordert vernünftige Vorsichtsmaßnahmen. Diese Seite behandelt Prävention für beide Seiten: vor dem Matching, während des Aufenthalts und im Notfall.

Betrug: diese Muster sollten Sie kennen

  • Die „Familie“, die Geld verlangt: Fake-Familien fordern Zahlungen für Visa, Flüge, „Agenturgebühren“ oder Zoll. Seriöse Familien verlangen von Au-pairs niemals Geld. Niemals.
  • Das zu gute Angebot: ungewöhnlich hohes „Gehalt“, kaum Aufgaben, Luxusfotos, sofortige Zusage ohne Videogespräch – klassische Köder.
  • Der gefälschte Scheck / die Überzahlung: Eine „Familie“ schickt einen Scheck und bittet, einen Teil weiterzuleiten. Der Scheck platzt; Ihre Überweisung ist weg.
  • Druck, die Plattform zu verlassen: Betrüger drängen sofort in externe Messenger, wo Sicherheitsteams die Unterhaltung nicht sehen.
  • Fake-Agenturen: verlangen Vorabgebühren, haben keine überprüfbare Adresse, kein Impressum, keine Registrierung. Prüfen Sie das Handelsregister ihres Landes.

Verifizieren, bevor Sie zusagen

  • Mehrere Videogespräche, die das echte Zuhause und alle Familienmitglieder bzw. die echte Bewerberin oder den echten Bewerber zeigen
  • Referenzen, die Sie selbst kontaktieren – ehemalige Au-pairs bei Familien, Betreuungsreferenzen bei Au-pairs
  • Eine überprüfbare Adresse (Kartencheck, Nebenkostenabrechnung, Arbeitgeber)
  • Ein ordentlicher schriftlicher Vertrag vor jeder Buchung
  • Rückwärts-Bildersuche bei Profilfotos, wenn sich etwas komisch anfühlt

Sicherheit während des Aufenthalts – für Au-pairs

  • Behalten Sie Pass und Dokumente jederzeit in Ihrem eigenen Besitz
  • Führen Sie ein eigenes Bankkonto; geben Sie Karte oder PIN niemals aus der Hand
  • Speichern Sie Notfallnummern: örtlicher Notruf, Botschaft Ihres Landes, Kontakt der Agentur/Plattform, eine Vertrauensperson zu Hause
  • Kennen Sie Ihre Adresse ab dem ersten Tag auswendig
  • Halten Sie genug Geld für einen Heimflug unangetastet („Notgroschen“)
  • Bauen Sie Kontakte außerhalb der Familie auf: Sprachkurs, Au-pair-Treffen, Sport

Sicherheit während des Aufenthalts – für Gastfamilien

  • Gleichen Sie Ausweisdokumente mit Profil und Referenzen ab
  • Führen Sie in der ersten Woche Kindersicherheitsregeln, Notfallkontakte und Erste-Hilfe-Grundlagen ein
  • Klären Sie das Autofahren: Gültigkeit des Führerscheins, Übungsfahrten, Versicherungsschutz
  • Vereinbaren Sie Regeln für Social-Media-Inhalte mit Ihren Kindern
  • Nehmen Sie psychische Gesundheit ernst – Heimweh ist normal; Isolation nicht

Wenn etwas ernsthaft schiefgeht

Bei akuter Gefahr rufen Sie zuerst den örtlichen Notruf (112 in der EU, 911 in den USA). Danach: Verlassen Sie die Situation – kein Au-pair schuldet irgendjemandem den Verbleib in einem unsicheren Haushalt; kontaktieren Sie Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat, die Staatsangehörige im Ausland unterstützen; informieren Sie Ihre Agentur oder das Trust-&-Safety-Team der Plattform; dokumentieren Sie den Vorfall (Fotos, Nachrichten, Daten); und schalten Sie bei Diebstahl, Drohungen, Belästigung oder einbehaltenen Dokumenten die Polizei ein. Den Pass eines Au-pairs einzubehalten ist keine Hausregel – es ist in den meisten Ländern eine Straftat.

Häufige Fragen

Wie häufig ist Au-pair-Betrug?

Betrugsversuche sind auf jeder offenen Plattform verbreitet; vollendeter Betrug ist deutlich seltener, weil die Muster erkennbar sind. Der wirksamste Schutz: nie Geld senden und nie ohne Live-Videokontakt und schriftlichen Vertrag weitermachen.

Ist es als Frau sicher, Au-pair zu sein?

Millionen junger Frauen absolvieren jedes Jahr sichere Au-pair-Aufenthalte. Die relevanten Vorsichtsmaßnahmen stehen auf dieser Seite: verifizierte Familien, Vertrag, Versicherung, eigene Dokumente und eigenes Geld, ein Notgroschen und Kontakte außerhalb des Haushalts.

Was tun, wenn meine Gastfamilie meinen Pass einbehält?

Fordern Sie ihn einmal schriftlich zurück. Wird er nicht sofort ausgehändigt, kontaktieren Sie Ihre Botschaft und die örtliche Polizei. Das Einbehalten fremder Ausweisdokumente ist in den meisten Rechtsordnungen illegal und ein anerkanntes Anzeichen für Ausbeutung.

Wo bekommen Au-pairs in einer Krise Hilfe?

Beim örtlichen Notruf, der Botschaft oder dem Konsulat Ihres Landes, dem Support Ihrer Agentur oder Plattform und – in vielen Ländern – bei speziellen Beratungsstellen für junge Menschen im Ausland. Speichern Sie diese Nummern vor der Abreise im Handy.

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Ressourcen & Checklisten

au-pair.org ist ein unabhängiges Informationsportal. Die Inhalte dieser Webseite sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung. Visabestimmungen, Programmregeln und Ländervorgaben ändern sich regelmäßig – prüfen Sie aktuelle Anforderungen immer bei den offiziellen Behörden, Botschaften oder Konsulaten Ihres Ziellandes.