Rechte und Pflichten von Au-pairs und Gastfamilien
Ein gelungener Au-pair-Aufenthalt beruht darauf, dass beide Seiten ihre Rechte kennen und ihre Pflichten ernst nehmen. Diese Seite stellt sie einander gegenüber – als gemeinsame Basis über die Programme hinweg. Verbindlich sind immer die Regeln Ihres konkreten Landes und Ihr schriftlicher Vertrag.
Die Rechte des Au-pairs
- Ein eigenes, möbliertes Zimmer und volle Verpflegung, kostenlos
- Taschengeld mindestens in Höhe des offiziellen Satzes, regelmäßig und pünktlich gezahlt
- Einhaltung der Wochen- und Tagesobergrenzen – inklusive Babysitten
- Mindestens ein komplett freier Tag pro Woche und bezahlter Urlaub nach Programmregeln
- Zeit für einen Sprachkurs und für die Ausübung der eigenen Religion
- Gültige Krankenversicherung für den gesamten Aufenthalt
- Privatsphäre: Das Zimmer ist der persönliche Bereich des Au-pairs; Pass und Dokumente bleiben jederzeit im Besitz des Au-pairs
- Ein schriftlicher Vertrag und das Recht, ihn zu kündigen (meist mit zweiwöchiger Frist)
Die Pflichten des Au-pairs
- Die vereinbarten Aufgaben in der Kinderbetreuung zuverlässig und pünktlich erfüllen
- Leichte Hausarbeiten mit Bezug zu den Kindern, wie vereinbart
- Hausregeln, Familienabläufe und die Sicherheit der Kinder respektieren
- Probleme früh ansprechen, statt sie eskalieren zu lassen
- Visabedingungen einhalten: keine zusätzliche Erwerbstätigkeit, wo verboten; die zulässige Aufenthaltsdauer respektieren
- Die Privatsphäre der Familie vertraulich behandeln – auch in sozialen Medien
Die Pflichten der Gastfamilie
- Zimmer, Verpflegung, Taschengeld und Versicherung wie vorgeschrieben bereitstellen
- Stundengrenzen, freie Tage und Urlaubsansprüche einhalten
- Das Au-pair als Familienmitglied behandeln, nicht als Personal
- Sprachkursbesuch und soziale Kontakte ermöglichen
- Eine sichere Umgebung und klare Notfallinformationen bieten
- Das Au-pair bei Behörden anmelden, wo vorgeschrieben
Der Vertrag: das gemeinsame Sicherheitsnetz
Beginnen Sie einen Au-pair-Aufenthalt nie ohne unterschriebenen schriftlichen Vertrag. Gute Verträge regeln: Namen und Adressen beider Parteien, Beginn und Ende, Aufgaben und Wochenplan, Taschengeld und Zahltag, Freizeit und Urlaub, Versicherungszuständigkeiten, Sprachkursregelung, das Wichtigste zu den Hausregeln sowie die Kündigungsbedingungen. Mehrere Länder veröffentlichen offizielle Vorlagen – Links dazu gehören in jeden Vorbereitungsordner (siehe Ressourcen).
Wenn etwas schiefläuft
Die meisten Konflikte drehen sich um unausgesprochene Erwartungen: schleichend steigende Stunden, Aufgaben jenseits der Kinder oder zu wenig Anschluss an die Familie. Suchen Sie zuerst das ruhige Gespräch – mit dem Vertrag als Bezugspunkt. Hilft das nicht: Agenturen bieten Vermittlung und Neuvermittlung; auf Matching-Plattformen können beide Seiten während der Kündigungsfrist neu suchen. Bei schweren Verstößen – einbehaltenes Taschengeld, abgenommene Dokumente, Belästigung – sollte das Au-pair gehen, sich Hilfe holen und die Behörden einschalten. Unsere Sicherheitsseite listet Warnsignale und Schritte auf.