Au-pair aufnehmen

Au-pair aufnehmen: Voraussetzungen, Pflichten und Kosten für Gastfamilien

Ein Au-pair bringt flexible Unterstützung bei der Kinderbetreuung und eine zweite Sprache in Ihr Zuhause – im Gegenzug für die volle Einbindung in Ihr Familienleben. Dieser Ratgeber erklärt, was die Aufnahme wirklich bedeutet: Pflichten, Kosten und wie das Zusammenleben für alle gelingt.

Was Gastfamilien bereitstellen müssen

  • Ein eigenes Zimmer für das Au-pair (in den meisten Programmen gesetzlich vorgeschrieben)
  • Volle Verpflegung – das Au-pair isst kostenlos mit der Familie
  • Monatliches Taschengeld mindestens in Höhe des länderspezifischen Satzes
  • Krankenversicherung (in vielen Ländern von der Familie zu zahlen), oft auch Unfall- und Haftpflichtschutz
  • Freizeit: in den meisten Programmen mindestens ein ganzer freier Tag pro Woche plus bezahlter Urlaub
  • Zeit und Unterstützung für einen Sprachkurs, in manchen Ländern mit finanzieller Beteiligung

Was ein Au-pair für Ihre Familie tun kann

Au-pairs helfen bei allem, was sich um Ihre Kinder dreht: Bringen und Abholen, Spielen, Hausaufgabenbetreuung, einfache Kindermahlzeiten und leichte Hausarbeiten mit Bezug zu den Kindern. Sie sind kein Ersatz für eine Vollzeit-Nanny, keine Reinigungskraft und keine private Nachhilfe. Die Wochenstunden sind durch die Programmregeln begrenzt – üblich sind bis zu 30 Stunden in europäischen Ländern und 45 Stunden in den USA –, und Babysitten am Abend zählt zu diesen Stunden.

Voraussetzungen für Gastfamilien

Die Regeln unterscheiden sich je Land, aber verbreitete Anforderungen sind: mindestens ein Kind unter einer programmdefinierten Altersgrenze im Haushalt, ein freies eigenes Zimmer, ausreichendes Einkommen zur Deckung der Au-pair-Kosten und – in mehreren Ländern – dass die Alltagssprache der Familie zum Kulturaustauschzweck des Programms passt (in Deutschland soll in der Regel Deutsch als Familiensprache gesprochen werden, und das Au-pair darf nicht mit der Familie verwandt sein).

Was die Aufnahme realistisch kostet

Kalkulieren Sie: Taschengeld (z. B. 280 €/Monat in Deutschland, ab 195,75 $/Woche in den USA), Verpflegung und Nebenkosten für ein zusätzliches Haushaltsmitglied, Versicherungsbeiträge, wo vorgeschrieben einen Sprachkurszuschuss, gegebenenfalls ein Nahverkehrsticket sowie Agentur- oder Plattformgebühren je nach gewähltem Weg. In vielen Ländern bleibt ein Au-pair deutlich günstiger als eine Vollzeit-Nanny oder zusätzliche Betreuungsplätze – es ist aber eine Verpflichtung zum Kulturaustausch, kein reiner Betreuungseinkauf.

Das richtige Au-pair auswählen

  • Führen Sie Videogespräche mit mindestens 2–3 Kandidatinnen oder Kandidaten; beziehen Sie Ihre Kinder in ein zweites Gespräch ein
  • Prüfen Sie Referenzen persönlich – rufen Sie an oder schreiben Sie
  • Seien Sie ehrlich über Alltag, Hausregeln und Erwartungen Ihrer Familie
  • Besprechen Sie Wochenplan, Freizeit und Aufgaben vor der Zusage
  • Halten Sie alles in einem schriftlichen Vertrag nach der Vorlage Ihres Landes fest
Die Eingewöhnung entscheidet. Planen Sie zwei Wochen, in denen Sie Abläufe, Notfallkontakte, Haustechnik und die Bedürfnisse Ihrer Kinder aktiv vorstellen. Die meisten gescheiterten Vermittlungen gehen auf unklare Erwartungen in der ersten Woche zurück.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden darf ein Au-pair arbeiten?

Das hängt vom Land ab: üblich sind 25–30 Stunden pro Woche in europäischen Programmen (z. B. max. 30 Stunden in Deutschland, inklusive Babysitten) und bis zu 45 Stunden im US-J-1-Programm mit Tagesobergrenzen. Wer diese Grenzen überschreitet, verstößt gegen die Programmregeln und kann den Visastatus des Au-pairs gefährden.

Braucht das Au-pair ein eigenes Bad?

Nein – ein eigenes, möbliertes Zimmer ist Pflicht, ein geteiltes Bad ist in praktisch allen Programmen in Ordnung.

Darf das Au-pair im Urlaub auf unser Haus aufpassen?

Das Au-pair kann Familienurlaube im Rahmen der normalen Aufgaben begleiten, sollte aber nicht über längere Zeiträume außerhalb der vereinbarten Stunden als Haushüter oder alleinige Betreuungsperson zurückgelassen werden. Freie Tage und Urlaubsansprüche gelten auch auf Reisen weiter.

Was, wenn es nicht funktioniert?

Verträge sehen üblicherweise eine zweiwöchige Kündigungsfrist für beide Seiten vor. Agenturen bieten meist Unterstützung bei der Neuvermittlung; auf Matching-Plattformen organisieren Sie den Wechsel selbst. Sprechen Sie Probleme früh und offen an – die meisten Konflikte entstehen aus unausgesprochenen Erwartungen.

Taschengeld- und Kostenregeln verstehen

Regeln & Kosten

au-pair.org ist ein unabhängiges Informationsportal. Die Inhalte dieser Webseite sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Rechtsberatung. Visabestimmungen, Programmregeln und Ländervorgaben ändern sich regelmäßig – prüfen Sie aktuelle Anforderungen immer bei den offiziellen Behörden, Botschaften oder Konsulaten Ihres Ziellandes.